Schietsammeln für den Frühjahrsputz
Bei schönstem Frühlingswetter machten sich am vergangenen Sonnabend um 9.30 Uhr in Schuby mehr als 70 freiwillige Schietsammler aller Altersgruppen auf den Weg, um ihre Gemeinde (ca. 2600 Einwohner) nach dem Winter auf Hochglanz zu bringen. Die größte Gruppe der aktiven Schietsammler stellten - ebenso wie in den Vorjahren - Mitglieder der zahlreichen Schubyer Vereine, der Freiwilligen Feuerwehr und der Gemeindevertretung.
Die Organisation der Schietsammelaktion lag wie auch in den Vorjahren in den Händen des Bürgermeisters Helmut Ketelsen, der tatkräftig durch Gemeindewehrführer Michael Jöns und dessen Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr unterstützt wurde. Kleine Trupps wurden entweder mit Fahrzeugen der Feuerwehr oder mit Privat-PKW in vorher festgelegte Sammelbereiche gebracht, während engagierte Mitglieder des VfB Schuby sich intensiv um das weiträumige Gebiet rund um's Sportlerheim kümmerten.
Mit Einsatzfahrzeugen der Freiwilligen Feuerwehr wurde kurz vor Mittag Müllsack um Müllsack vom Straßenrand abtransportiert und zum Container am Feuerwehrgerätehaus gebracht. Eine beträchtliche Menge gefundenen Altmetallschrott's brachte derweil Thomas Albrecht mit seinem PKW-Anhänger zur Zwischenlagerung auf das Gelände der Schubyer Kläranlage.
Nach getaner Arbeit durften sich, 2 ½ Stunden nach Beginn der Umwelt-Aktion, Jung und Alt im Feuerwehrgerätehaus am Neukruger Weg unentgeltlich mit heißer Bockwurst, Kartoffelsalat, Brot, Kaffee, Limonade und Süßigkeiten stärken, die durch den Bürgermeister geordert und durch die Feuerwehrleute zubereitet und gereicht wurden. Die jüngsten Schietsammler, darunter auch der wohl Allerjüngste, Henrik Obenauff, erhielten eine persönlich durch den Bürgermeister ausgestellte Urkunde als bleibendes Dankeschön für ihren erwiesenen Gemeinschaftssinn.
Während der gemeinsamen Mahlzeit wurde viel darüber gefachsimpelt, ob die Müllmenge sich in den vergangenen Jahren erhöht habe; wie man in den kommenden Jahren vermehrt Bürger und Bürgerinnen zum Mitmachen motivieren könne, die bisher nicht Mitglieder der Vereine seien; und was man gegen ein völlig neues Müllphänomen tun könne, nämlich gegen die Überreste von Miniaturheißluftballons, die als Gags anlässlich von Silvesterfeiern, Parties oder sonstigen Events mit einer Brennzelle versehen in den Himmel geschickt werden. Diese Lampions, die aus China importiert werden, stellen nicht nur eine erhebliche Brandgefahr für weich- (reet-) gedeckte Dächer und für Knicks dar, sondern verschandeln noch monatelang die Umwelt.
Während der Schietsammelaktion wurden in Schuby zahlreiche dunkelrote Lampionhüllen gefunden, die mittels einer Aufschrift als durch eine Gruppierung mit christlichem Hintergrund entsandt, identifiziert werden konnten. "Hier wurde wohl", so der Kommentar eines Schietsammlers, "etwas gedankenlos eine gut gemeinte christliche Botschaft, kurzsichtig umgesetzt und dadurch in ein nachhaltiges Umweltproblem verwandelt. Keine gute Werbung für das eigentliche Anliegen."
Der Austausch über weitere Fundstücke gestaltete sich durchaus humorig. "Was mag wohl der wilden Entsorgung eines intakten WC-Deckels vorangegangen sein?", wurde unter anderem gefragt.
Wie auch in den vorangegangenen Jahren wurde in Schuby wieder festgestellt, dass an bestimmten Stellen des Gemeindegebietes große und kleine Glasflaschen zerbrochen und wild entsorgt werden, die alkoholische Getränke enthalten hatten.
Durch die ehrenamtlichen Schietsammler wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass diese Überreste eine große Verletzungsgefahr für spielende Kinder, für tollende Hunde und natürlich für die ganze Umwelt darstellen. "Sogar Schadenfeuer", so die Beauftragte für Brandschutzerziehung und -aufklärung der Freiwilligen Feuerwehr Schuby, Maike Westphal-Geick, "könnten diese Glasscherben auslösen, weil sie bei direkter Sonneneinstrahlung als Brennglas wirken können."
Die Ausbeute des ehrenamtliche Putzkommandos in der Gemeinde Schuby füllte schließlich einen geräumigen Müllcontainer. Alle, die aktiv mittaten, so war zu vernehmen, wünschen sich für das kommende Jahr mindestens 100 ehrenamtliche Schietsammler, denen die Umgebungspflege Ihres Dorfes am Herzen liegt. Und sie wünschen sich, so war ebenfalls zu hören, dass alle Bürger und vor allen Dingen sämtliche Durchreisende Rücksicht nehmen mögen und ihren Müll dort entsorgen, wo es problemlos und entweder kostenfrei oder kostengünstig möglich ist.
"Das Schietsammeln in der Gruppe macht bei schönem Wetter zwar durchaus Spaß, aber besser wäre es, wenn das alljährliche Schietsammeln gar nicht nötig werden würde." Das war das Fazit eines Schubyer Schietsammlers, eines namenlosen, lokalen Umweltaktivisten.





